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"Aus ethischer Sicht: Die Zukunft ist offen! Alles Gute!" von Rouven Porz

Aktualisiert: 23. März 2019


Freiwillig ein berufliches Netzwerk zu gründen, organisiert in einem ‘Verein’, das bedarf sicherlich eines gewissen Mutes, Engagements und Vertrauens. Das sind wichtige Werte. Und dabei wären wir schon beim Thema Ethik. Ethik handelt von Werten, Ethik analysiert Werte, stellt sie in Frage und/oder versucht sie zu verstehen. Damit ist die Gründung eines Vereins durchaus als eine ethische Handlung zu verstehen, stecken doch eben solche Ziele bzw. Werte in den Grundmanifesten eines solchen Vereins.

Jetzt leben wir aber im Moment in einer Zeit, in der ein solch offenes Bekenntnis zu den eigenen Werten gar nicht mehr so einfach ist. Dies vor allem wegen unseres Pluralismus. Das heisst, eigentlich ist jeder Wert gleichviel Wert, jeder kann, darf und soll sein Leben leben, wie er oder sie will. Man bekennt sich deshalb kaum noch öffentlich zu seinen Werten, sondern lebt sie im Stillen für sich aus. Bei einem Verein ist das anders. Ein Verein ist ja eine öffentliche Institution. Dazu gehört gerade, dass ein Verein mit den eigenen Ideen nicht still sein darf. Was soll der Verein erreichen? Warum ist uns der Verein wichtig? Und, warum halten wir es für eine gute Idee, uns im Verein zu engagieren. Mit dem Wörtchen ‘gut’ sind wir wieder zentral in der Ethik angelangt. Das was uns gut erscheint, das ist für uns gleichzeitig ein hoher Wert. Das was uns gut erscheint, das halten wir in der Regel auch für ‘wahr’.

Damit sind wir bei einem nächsten Problem unserer Zeit angelangt: Der Wahrheit. Oder besser gesagt bzw. gefragt: Gibt es die Wahrheit eigentlich noch? Jeder von uns denkt über die Frage im alltäglichen Leben kaum nach, ein Blick in die Politik, insbesondere in die aktuelle USA lässt uns aber schnell sehen, dass gerade der mächtigste Mann der westlichen Welt, Donald Trump es oft mit der Wahrheit nicht so ernst nimmt. Und schlimmer noch, wenn er bei seinen Lügen ertappt wird, dann spricht er (oder sein Kommunikationsteam) von sogenannten ‘alternativen Fakten’. Das heisst im Klartext: Ich mache mir meine Wahrheit selbst. Ich interpretiere mir meine Fakten zusammen, wie ich es gerade brauche.

Und was hat das jetzt mit einem Verein zu tun? Sehr viel, denn wenn es jemand mit der Wahrheit nicht so ernst nimmt, dann verliert man das Vertrauen in ihn (oder sie). Und Vertrauen, siehe oben, ist ein wichtiger Wert für einen Verein. Hoffen wir also, dass sich der neue Verein niemals in alternativen Fakten verirrt, sondern seine berufsethischen Grundbestimmungen treu bleibt. Alles Gute dafür! Die Zukunft ist offen, jeder kann sie mitbestimmen. Am besten nicht allein! Ein Verein ist sicherlich eine hervorragende Möglichkeit!

Rouven Porz


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